OBERLÄNDER Saatgutbibliothek
Die Oberländer Saatgutbibliothek wird in 18 Bibliotheken angeboten:
11 Büchereien in der Region Imst: Arzl im Pitztal, Haimig, Karrösten, Mils, Ötz, Roppen, Sautens, Stams, Tarrenz, Wildermieming, Imst
7 Büchereien im Bezirk Landeck: Fließ, Flirsch, Grins, Ischgl, Kauns, Landeck, Zams
Es gibt viele weitere Saatgutbibliotheken in jedem Bezirk! Informiere dich im Freiwilligenzentrum deiner Region.
Wissen erwerben und in der Praxis umsetzen:
Infovorträge: Einführung in die Saatgutbibliothek
Di, 17. März um 18 Uhr in Landeck Stadtbibliothek
Mi, 18. März 2026 um 19 Uhr in der Bücherei Haiming
Workshops: Saatgut selbst vermehren
Bücherei Landeck: Di, 9. Juni von 14 - 17 Uhr
Bücherei Haiming: Do, 18.Juni 2026 von 14 – 17 Uhr
Details zum Programm:
Saatgut selbst vermehren - Workshop
Saatgut von Gemüse und Kräutern selbst vermehren? Aber sicher!
Im Workshop wird praxisnah erklärt, wie Saatgutvermehrung im eigenen Garten gelingt. Wir werden uns draußen mit Garten-Praxis und der Ernte des Saatguts beschäftigen.
Zeit für Fragen und Austausch. Regional gewonnenes Saatgut stärkt die Ernährungssicherheit und bewahrt die Vielfalt alter Sorten. Diese Vielfalt ist bedroht – eine Saatgutbibliothek in der Gemeinde ermöglicht Tausch und aktiven Erhalt. Mach mit!
Eine Veranstaltung des Regionalmanagement Landeck und Imst, Freiwilligenpartnerschaft Tirol – Freiwilligenzentrum Bezirk Landeck und Imst, in Zusammenarbeit mit dem Tiroler Bildungsforum.Referent: Matthias Karadar, MSc - NATUR IM Garten- Tiroler Bildungsforum
Zielgruppe: alle Bücherei-Teams, Leser:innen, Interessierte und Kooperationspartner:innen (Obst- und Gartenbauverein, Bäuerinnen usw.)
Anmeldung zum Workshop in der Bücherei Landeck am Di, 9. Juni von 14 - 17 Uhr: https://repaircafe-tirol.at/veranstaltungs-details/?eid=455138&vid=3250
Anmeldung zum Workshop in der Bücherei Haiming am Do, 18.Juni 2026 von 14 – 17 Uhr: https://tiroler-bildungsforum.at/veranstaltungs-details/?eid=455139&vid=3250
Kostenlos aufgrund einer Unterstützung des Landes Tirol, des Bundes und Europäischen Union.
Regionales und samenfestes Saatgut ist ein schützenswertes Gut:
In den letzten Jahrzehnten wurde es vielerorts durch gentechnisch verändertes Hybridsaatgut verdrängt. Der Vorteil von Hybridsaatgut: mehr Planbarkeit (alle Früchte reifen zur gleichen Zeit und können maschinell geerntet werden) und höhere Erträge. Die Nachteile: Das Saatgut kann nicht selbst vermehrt werden, muss jährlich neu gekauft werden sowie der Verlust der regionalen Sortenvielfalt. „Alte“ Sorten, die perfekt auf unsere Böden abgestimmt sind, verschwanden daher zunehmend aus unserer Region. Da die Vorteile von Hybridsaatgut in der Landwirtschaft oftmals überwiegen, werden „alte“ Sorten zumeist durch private Initiativen oder Vereine (z.B. Arche Noah) erhalten und vermehrt
Ziel:
84 Prozent der österreichischen Haushalte haben einen Garten oder einen Balkon. Hausgärten haben daher ein großes Potential zur Steigerung der Biodiversität. Mit einer Saatgutbibliothek werden Hobbygärtnerinnen dazu motiviert, auf regionales Saatgut zu setzen und aktiv einen Beitrag zur Vermehrung und Verbreitung des Saatguts zu leisten. Von Gemüse-bis Blühwiesensamen - ausgeliehen werden kann im Prinzip alles. Die einzige Voraussetzung für die Auswahl der Sorten ist, dass sie samenfest sind. Das heißt: die aus dem Saatgut gewonnenen Pflanzen haben die gleichen Eigenschaften wie die Elternpflanzen. Aus diesem Grund lässt sich samenfestes Saatgut einfach selbst vermehren.
Wie funktioniert das Projekt?
Das Ausleihen der Samen funktioniert direkt vor Ort mit einem gültigen Bibliotheksausweis. Das Ziel ist, eine Bandbreite an qualitativ hochwertigen Samen für alle Bürger: innen zur Verfügung zu stellen, die sich für den Erhalt der Sorten einsetzen möchten.
Die teilnehmenden Bibliotheken haben durch die Teilnahme an dem Projekt die Möglichkeit, neue Zielgruppen zu gewinnen und neue Kooperationen mit den örtlichen Obst- und Gartenbauvereinen einzugehen. Die Oberländer Saatgutbibliothek kann bspw. auch mit Gartenlektüre ergänzt werden und somit ein attraktives „Garteneck“ entstehen. Weitere Themenbereiche, die sich durch die Oberländer Saatgutbibliothek für Büchereien ergeben, sind zum Beispiel die kulinarische Verwendung der Pflanzen oder auch der geschichtliche Zugang, wie es früher in der Region ausgeschaut hat.
Durch die Workshops wird die regionale Vernetzung der Hobbygärtnerinnen gefördert. Das Netzwerk, das über die Gemeindegrenzen hinaus entsteht, bietet wiederum Potential für weitere Projekte rund ums naturnahe, ökologische Gärtnern und die Förderung der Biodiversität. Durch das Saatgut an heimischen Blühpflanzen wird die Biodiversität in der Region gefördert. In den Hausgärten entstehen sogenannte Trittsteine mit wertvoller Nahrung für heimische Wildbienen.
Die Saatgutbibliotheken werden über LEADER-Mittel der EU gefördert.
Bild: canva.com

